Behandlung

Wie läuft eine osteopathische Behandlung ab?

1. Osteopathische Anamnese:

Zu Beginn der osteopathischen Behandlung steht die ausführliche Anamnese.

Ich stelle Ihnen Fragen zu Ihren Beschwerden, Ihrer (Krankheits-)Geschichte und Ihrer jetzigen Lebenssituation. Gerne werfe ich auch einen Blick auf aktuelle ärztliche Befunde. Oft ergeben sich aus all diesen Informationen erste Vermutungen über mögliche Zusammenhänge, die ich Ihnen vermittle. Genauso neugierig bin ich auf die Zusammenhänge, die Sie selbst herstellen, weil sie auf Ihrer eigenen Intuition beruhen und oft weiter führen als jeder Befund von außen.

2. Osteopathische Diagnose:

Bei der darauf folgenden körperlichen Untersuchung spiegeln sich die drei Teilbereiche der Osteopathie wieder.

Im Stehen, Sitzen und Liegen untersuche ich mit Focus auf die bei der Anamnese hergestellten Zusammenhänge:

  • Muskeln, Faszien, Gelenke (Parietale Osteopathie)
  • Organe und Drüsen (Viszerale Osteopathie)
  • Nerven und andere Leitbahnen (Craniosakrale Osteopathie)

Ich sehe mit den Augen und mit den Händen. Ich teste und fühle, wo sich in Ihrem Körper Spannungen, Ungleichgewichte oder sogar Blockaden befinden. 

Vor allem aber interessiert mich, wo die gesunden Anteile liegen. Sie sind es, die dem Körper die Kraft und Stabilität geben und ihm helfen, sich an die äußeren Gegebenheiten anzupassen.

3. Osteopathische Behandlung:

Ich arbeite ausschließlich mit den Händen.

Die körperliche Untersuchung geht fließend in die Behandlung über, weil das Gewebe bei der Berührung von selbst anfängt zu arbeiten und sich zu entwirren. Außerdem zeigen sich Ursachenketten und Funktionszusammenhänge oft erst beim Behandeln.

Ob z.B. eine Spannung im Kiefergelenk(CMD) durch einen Beckenschiefstand verstärkt oder verursacht wird, kann ich am besten entscheiden, indem ich das Becken neu orientiere und beobachte, wie das Kiefergelenk reagiert.

Zeit und Aufmerksamkeit sind für mich der Schlüssel für einen tiefen und präzisen Kontakt mit dem Gewebe: Zeit, um dem Körper Raum zu geben, sich

auszudrücken, Aufmerksamkeit, um in diesem Raum zu spüren, was genau das Gewebe brauchen könnte: Druck oder Zug, Vibrationen oder nur Gehalten-werden.

Die Behandlungen sind überwiegend sanft und für den Patienten nicht anstrengend. Nur in manchen Fällen, z.B. bei starken Verklebungen von Geweben, kann die Behandlung kurzfristig schmerzhaft sein.

Die Behandlung oder ein einzelner Griff ist beendet, wenn ich spüre oder Sie spüren, daß das Gewebe sich freier, beweglicher, kräftiger oder wärmer anfühlt. Dann nämlich kann es sich selbst heilen…

Sie können gerne bequeme Kleidung zur Behandlung mitbringen.

To find health should be the object of the doctor. Anyone can find desease.
(A.T.Still)

Wie werden Kinder osteopathisch behandelt?

Die Osteopathie scheint mir wie geschaffen für die Behandlung von Kindern. Schon Erwachsene brauchen oft nur kleine Impulse, an der richtigen Stelle und mit dem richtigen Focus gesetzt, damit ausgleichende Prozesse in Gang gesetzt werden.

Beim Kind, und gerade beim Säugling, genügen noch viel sanftere Berührungen. Kinder brauchen Raum.

Sie kommen ins Leben mit einem enormen Potential zur Selbstregulation, das sich entfalten möchte. Dieses zu spüren und sich davon leiten zu lassen statt durch gut gemeinte Manipulationen zu stören, ist das Wesen der Kinderosteopathie.

Typische Dysfunktionen bei schwierigen Geburtsverläufen sind z.B. Ungleichgewichte in den Kopfgelenken. Ich bezeichne sie ungern als Blockaden, weil es noch keinen fertig verknöcherten Wirbel gibt und auch die späteren Schädelplatten noch weitgehend bindegewebig sind. Die erhöhte Spannung kann Nerven irritieren, die in Höhe der Kopfgelenke entlanglaufen. Das sind nicht nur Nerven, die die Mundmotorik steuern, sondern z.B. auch vegetative Nerven, die die Bauchorgane versorgen. So kann es Probleme beim Stillen ebenso wie Verdauungsprobleme geben. Oder der Kopf mag nicht in einer bestimmten Richtung liegen, weil die Position unbequem oder schmerzhaft ist.

Die Grundlage der Behandlung ist wie bei der Behandlung von Erwachsenen ein fundiertes Wissen der Anatomie, sowie darüberhinaus der embryonalen Entwicklung, der Geburtsverläufe und der Entwicklungsstadien des Säuglings und des Kleinkindes. Ebenso präzise wie beim Erwachsenen werden zunächst Dysfunktionen aufgespürt und benannt, um die Zusammenhänge verstehen und erklären zu können.

Was ändert sich durch Covid 19?

Die Osteopathie versteht sich im Kern als manuelle Medizin. Bei osteopathischen Behandlungen kann der gebotene Abstand von 1,5m deshalb nicht eingehalten werden. Ein Mund-Nasen-Schutz wird in der gesamten Praxis sowohl von den Therapeutinnen als auch von den Patient*innen getragen.

Darüberhinaus benutze ich in meinem Behandlungsraum einen Luftreiniger.

Je nach Wetter können wir auch bei offenem Fenster arbeiten, da unsere Räume in einen ruhigen Hinterhof hinausgehen.

Andere Hygienemaßnahmen wie Hände- und Oberflächendesinfektion sind eine Selbstverständlichkeit.

Weil aber trotz aller Vorsichtsmassnahmen in dem notwendig engen Kontakt ein Ansteckungsrisiko bleibt, verhalte ich mich zum Schutz meiner Patient*innen (und der Allgemeinheit) in meinem Privatleben sehr umsichtig.

Für Risikopatient*innen habe ich den Montag Vormittag reserviert. Ich arbeite dann alleine in der Praxis. Wenn Sie möchten, ist es möglich, die Praxis durch den Haupteingang zu betreten und über den Hof zu verlassen, um keinem anderen Patienten zu begegnen.

Take care.